Grundsätze

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"Die Reitkunst verfügt über die Mittel,
um schlechte Pferde zu unterstützen,
indem sie das Gewicht, welches die schwachen Körperteile
überfordert, auf die starken Teile überträgt.
Der Bereiter, welcher diese Pferde
als seiner Aufmerksamkeit unwürdig betrachten würde,
hätte die Reitkunst nur teilweise begriffen."


(Francois Baucher)

 

 

Ich bilde unabhängig von Pferderasse, Alter und Ausbildungsstand aus und fördere jedes Pferd in seinen Möglichkeiten.

 

Um mich intensiv und individuell mit Pferd und Reiter beschäftigen zu können, erteile ich ausschließlich Einzelunterricht und nehme grundsätzlich immer nur ein Pferd zur selben Zeit in Beritt.

 

Ich hole dort ab, wo man steht und begleite auf dem Weg der eingeschlagen werden soll. Unabhängig davon, ob man im reinen Freizeitbereich, im Turniersport, im Dressur-, Spring- oder Westernsattel oder lieber am Boden unterwegs ist. Ich helfe auch bei Schwierigkeiten im täglichen Umgang oder unterstütze beim ersten Turnierstart.

 

Mein Ziel ist ein motiviertes Pferd, welches aus feine Hilfen reagiert. Das bekannte Dauertreiben oder ein auf dem Zügel liegendes Pferd nimmt jede Leichtigkeit und lässt Reiten zum Hochleistungssport werden. Impulse sind ausreichend und werden von jedem Pferd verstanden. Auch Pferde, welche dies verlernt haben, können diese Sensibilität wiederfinden!

 

Ich bilde sowohl Reiter, als auch Pferd am Boden aus. Dazu gehören die Arbeit an der Hand, am langen Zügel oder an der Longe. Ich sehe diese Arbeit nicht nur als notwendiges Übel im Anfang der Ausbildung, sondern als willkommen Abwechslung und als eine Möglichkeit dem Pferd neue Lektionen oder Ausbildungsschritte schonend am Boden zu vermitteln. An der Hand habe ich das Pferd optimal im Blick und es lernt so sich und seinen Körper zu bewegen, auszubalancieren und auf die entsprechenden Hilfen zu reagieren. Die Arbeit an der Hand und am langen Zügel bietet einen tolle Abwechslung im täglichen Training und kann auch alte oder unreitbare Pferde fit und gesund halten und ihnen die notwendige Gymnastizierung geben, die sie brauchen, um nicht zu frühzeitig einzurosten.

 

 

 

Ich zeige meinen Schülern, dass auch Longenarbeit Spaß machen kann und das Longieren am Kappzaum und ohne Hilfszügel effektiv und von jedem zu erlernen ist.

 

Gebisslos Reiten? Kein Problem! Auch ich reite meine Pferde gelegentlich gebisslos und habe damit auch schon tolle Erfolge bei der Korrektur von "Problempferden" verzeichnen können. Selbst die Grundausbildung im Beritt erfolgt bei mir gebisslos mit einem Kappzaum oder Sidepull. Nach gewisser Zeit wird dann das Gebiss hinzu genommen, so dass das Pferd ausreichend Zeit hat, das Gebiss und die Signale zu verstehen. Das Pferdemaul ist heilig und seine Sensibilität sollte zu jeder Zeit erhalten werden!

 

Bei mir gibt es keinen Schnelldurchlauf. Weder im Beritt, noch im Unterricht. Alles wir Schritt für Schritt aufgebaut. Denn sowohl die Muskulatur des Pferdes, als auch die Psyche müssen Zeit zum Wachsen bekommen. Ein Bild von einem dreijährigen Pferd im Ausbildungsstand eines Achtjährigen wird es bei mir nicht geben.

 

Das Reiten in korrekter Dehnungshaltung hat bei mir einen hohen Stellenwert. Erst, wenn Pferd und Reiter jederzeit dazu in der Lage sind, ist für mich der Grundstein für die weitere Arbeit gelegt. Es muss jederzeit möglich sein, den Rücken zu entlasten und schwingen zu lassen. Auch in der fortgeschrittenen Ausbildung des Pferdes sollte dies nicht vergessen werden. Gerade hier ist die Dehnungsbereitschaft des Pferdes auch ein wichtiger Prüfstein.

 

Ich bin geduldig und lege Wert darauf, dass auch das Pferd versteht was von ihm verlangt wird. Arbeitet man mit Zwangsmitteln (Harte Hand, Hilfszügel, ständig stechender Sporen, etc.), wird man als Reiter und Ausbilder immer darauf angewiesen sein. Denn ohne diese Hilfsmittel wird das Pferd sich sofort aus der Haltung befreien. Wohingegen ein freiwillig mitarbeitendes Pferd immer versuchen wird die Erwartungen des Reiters zu erfüllen.

 

Wer Reiten als Sport betreiben möchte, um sich den Gang ins Fitnessstudio oder den Kraftraum zu sparen, der ist bei mir leider falsch. Richtig bei mir ist derjenige, der sich davon verabschieden möchte, oder dies bereits getan hat. Auch ich wusste mal, was Kraftreiten bedeutet und habe einen Weg gefunden durch den das Reiten wieder leicht und harmonisch wurde. Sowohl für den Reiter, als auch fürs Pferd. Lassen Sie mich meine Erfahrungen an Sie weitergeben!

 

Ich setze mich während des Unterrichts auch gerne mal selber aufs Pferd, wenn es irgendwie hakt, denn das selber Fühlen kann durch nichts ersetzt werden. Oftmals hilft es auch dem Reitschüler gezeigt zu bekommen, wie es aussehen kann. Und dem Pferd hilft es die Dinge zu verstehen.

 

Und darüber hinaus kann man über Alles mit mir reden! Jedes Pferd und jeder Reiter sind individuell, so dass auch individuelle Wünsche und Vorstellungen Platz haben. Positive und auch negative Rückmeldungen sind jederzeit erwünscht.

 

Denn: Reiten und Unterrichten sollten immer als Dialog zwischen allen Beteiligten stattfinden.

 

 

„Es gibt sogar Reiter, die sich mit Pferdeausbildung befassen
und die in ihrer Rat- und Gefühllosigkeit zum feststehenden
Ausbindezügel, zum flaschenzugartig wirkenden Schlaufzügel
und anderen sinnreichen Konstruktionen von Hilfszügeln greifen,
welche Kopf und Hals des Pferdes herunterziehen und so eine
Beugehaltung erzwingen, die eben nur eine Zwangshaltung sein kann.
Man kann mit solchen Methoden und der nötigen grausamen
Ausdauer beste Pferde zerbrechen und ihnen den Lebensmut nehmen.“


(Udo Bürger - Vollendete Reitkunst, 1959)