Vita

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Mein reiterlicher Werdegang begann bereits mit 4 Jahren und wie so oft, in der örtlichen Reitschule. Bereits als kleines Kind wurde ich von jedem Pferd magisch angezogen. Und dies, obwohl meine Familie bis dato keinerlei reiterliche Ambitionen hatte. Mit knapp 6 Jahren bestritt ich mein erstes Turnier, natürlich auf dem größten Pferd der Reitschule.

 

 

Es folgten einige Jahre der Ausbildung auf Schul- und Pflegepferden und eine ganze Reihe Turnierstarts bis zur Klasse E. Schon damals war ich oft diejenige die gerne auch auf die „schwierigen“ Pferde gesetzt wurde, weil ich als unerschrocken und mutig galt. 1998 nahm ich am Jugendvergleichswettkampf teil, wurde Kreismeisterin und qualifizierte mich damit für die Ostfriesische Mannschaft.

 

 

Kurze Zeit später begann ich die Hengste einer örtlichen Ponyhengststation zu reiten. Neben den Turnierstarts in Dressur- und Springprüfungen, nahm ich auch an verschiedenen Schauveranstaltungen teil. Highlight war dabei immer die jährliche Teilnahme an der Althengstquadrille des Pferdestammbuch Weser-Ems in Oldenburg mit dem Ausnahmehengst Bugatti (v. Brillant), welchen ich damals ritt. Neben dem Beritt der Hengste, waren die Mithilfe und später die eigenständige Ausbildung der Jungpferde meine Aufgabe. Schon damals lernte ich den Umgang mit der Doppellonge als sinnvolle Ausbildungsmethode kennen.

 

 

 

 

1999 bekam ich dann meine ersten eigenen Pferde. Damals noch mit Unterstützung meiner Eltern, pachteten wir ein Stück Weide und kauften einen zugehörigen Schuppen, den wir im Laufe der Jahre zu einem kleinen Ponyparadies ausgebaut haben.  Ich begann mit der Vollblutstute „Raika“, der Ponymixdame „Lea“  und dem kleinen verwahrlosten Shetty „Elmo“. Leider hat uns Raika einige Jahre später nach schwerer Krankheit verlassen. Zu Lea und Elmo gesellen sich heute die beiden Reitponywallache „Bunny“ und „Bugatti“. Lea, Elmo und Bugatti habe ich selbstständig ausgebildet. Bunny kaufte ich mit 8 Jahren als verrittenes Kinderpony, welches bis dato schon fast in Schulpferdemanier seinen Dienst leisten musste. Bis 2008 nahm ich mit ihm an Dressur- und Springprüfungen bis zur Klasse L teil und absolvierte mein Reitabzeichen der Klasse 3.

 

 

Doch auch während ich nun meine eigenen Pferde hatte, ritt ich immer wieder auch andere Pferde, sei es zur Korrektur, um sie auf Schauen vorzustellen oder einfach weil es mir Freude machte. Ich habe immer sehr viel Wert darauf gelegt, verschiedene Pferde zu reiten. Denn Pferde sind die besten Lehrmeister. Ich denke, dass mich die vielen verschiedenen Pferdetypen geprägt haben, die mich im Laufe meiner 25-jährigen Reiterlaufbahn begleitet haben. Sie haben den größten Teil zu meiner Erfahrung und meines Pferdeverständnis beigetragen.

 

Trotz einiger Erfolge mit Bunny auf örtlichen Turnieren, waren wir beide nicht immer glücklich. Wir gingen gerne und oft ins Gelände, sprangen gelegentlich, ich ritt ihn gerne gebisslos, oder mit Halsring, doch im Dressurviereck war es leider immer ein ziemlicher Kraftakt. Ich erfuhr schon viele Jahre zuvor, dass Reiten auch mit mehr Leichtigkeit möglich sein konnte, doch Bunny kannte es nicht anders und ich war hilflos. Auch damals bekam ich sicher guten Reitunterricht von verschiedenen Ausbildern, doch die Lösung für uns beide war nie dabei. Also suchte ich nach Alternativen und fand mich in der klassisch-barocken Reitweise wieder.

 

2008 nahm ich an ersten Kursen bei Monika Amelsberg teil. Bunny und ich hatten ein Erfolgserlebnis nach dem Anderen. Natürlich waren es vollkommen neue Ansätze und auch ich musste viel Neues lernen und mir aneignen, aber schon nach kurzer Zeit stellten sich die Erfolge ein, die ich so lange vermisst hatte. Reiten wurde leichter! Es fühlte sich viel besser an, denn es ging darum das Pferd verstehen zu lassen und nicht mehr darum, etwas mit Kraft und Ausdauer herbeizwingen zu müssen.

 

Es folgten weitere Teilnahmen an Lehrgängen und Seminaren, u.A. bei Manolo Oliva, Richard Hinrichs, Peter Kreinberg Heike Finze und Bent Branderup. Darüber hinaus habe ich mich auch in der Theorie ständig weitergebildet. Und auch beim Umsetzen der Theorie und dem was ich las, war Bunny mir immer ein geduldiger Partner, der sicherlich auch einige Fehler meinerseits über sich ergehen lassen musste. Doch Fehler zu machen, halte ich für überaus wichtig und lehrreich, so lange man selber erkennt, dass sie welche waren.

 

Da ich weiß, dass es viele Reiter gibt, die ein ähnliches Schicksal haben und den Willen sich von der oftmals vorherrschenden Kraftreiterei zu verabschieden, habe ich mich entschlossen, meine Erfahrung weiterzugeben. Dazu habe ich im Sommer 2011 meinen Trainer C für klassisch-barocke Reiterei absolviert. Es war ein wirklich anspruchsvoller Lehrgang, der ein hohes Maß an Können und Wissen voraussetzt. Dies sowohl bei der Arbeit unter dem Sattel, als auch an der Hand. Und gerade die Handarbeit und Arbeit am langen Zügel ist in normalen Reiterkreisen weitgehen unbekannt,  wodurch ich mir und meinem Pony vieles selber beibringen musste. Das wir aber auf dem richtigen Weg sind, zeigten vor allem die  Prüfungsergebnisse. Wir schnitten den 3-wöchigen Lehrgang als Lehrgangsbeste ab und bekamen Bestnoten im Reiten (jeweils 1,5 für Fremdpferd und eigenes Pferd) und in der Arbeit am langen Zügel (eine glatte 1). Geprüft wurde unter anderem von Richard Hinrichs, Klaus Scheele und Frau Weingarten als Vertreterin der FN.

 

 

 

Im Sommer 2013 habe ich meine Ausbildung um die Trainer B (FN) Lizenz für klassisch-barocke Reiterei erweitern können. 

 

Diese Prüfung habe ich - auch Dank meiner beiden tollen Ponys - mit Auszeichnung bestanden. 

 

 

„"Ich habe Zeit" -
ich möchte diesen Ausspruch allen Reitern zurufen, die plötzlich auf Schwierigkeiten stoßen und mit ihren Pferden nicht einig werden können.“


(Alois Podhajsky)